Referenz Schangnau 2016 › Protection contre les crues › Construction hydraulique › Compétences › geotest

 

Referenzprojekt - Umfangreiche Instandstellungsmassnahmen nach Extremhochwasser Schangnau 2014

Infolge des schweren Unwetters vom 24. Juli 2014 traten in der Gemeinde Schangnau (Kanton Bern) ausserordentlich seltene und intensive Hochwasser und Murgänge auf. Die Emme führte eine bisher noch nie beobachtete Hochwasserspitze und in ihren Seitenbächen traten grosse Hochwasser und Murgänge mit erheblichen Geschiebe- und Schwemmholzverfrachtungen auf. Die Abflüsse entsprachen statistisch einem 300-jährlichen Hochwasserereignis. Nebst Siedlungsgebiet und Infrastruktur wurden vielerorts auch bestehende Schutzbauten stark beschädigt oder zerstört.

Das Ziel war die Instandstellung der entstandenen Schäden, um den Schutz vor Hochwasser- und Murgangereignissen wiederherzustellen bzw. zu erhöhen. In einem ersten Schritt wurden dazu eine Ereignisanalyse sowie eine Geschiebestudie erarbeitet. Auf deren Basis wurden in einem zweiten Schritt an über 40 Standorten wasserbauliche Schutzmassnahmen definiert und dimensioniert. Neben der Instandstellung bestehender Schutzbauwerke entstanden auch zahlreiche neue Bauwerke. Das Massnahmenspektrum reichte dabei von Schutzdämmen, Geschiebesammlern, Gerinneverlegungen (Abb. 6), Geschiebeentnahmen und Wildbachsperren (Abb. 4) bis zu Uferverbauungen mit Blocksatz oder Holzkästen (Abb. 2).

Die waldrechtlichen, fischereitechnischen sowie ökologischen Vorgaben wurden unter Berücksichtigung der Hochwassersicherheit und Verhältnismässigkeit berücksichtigt. Zudem wurde bei Gewässerabschnitten mit Ufererosion aus Hochwasserschutzgründen versucht, die Böschung nicht auf den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen, sondern das Abflussprofil der Emme möglichst zu vergrössern.

Aufgrund der komplexen Prozessinteraktionen zwischen Seitenbächen und Vorflutern sowie als Basis für eine gezielte Dimensionierung der Schutzbauwerke kamen numerische Modelle zum Einsatz. Für die murfähigen Wildbäche wurden Murgangsimulationen mit der Software RAMMS::Debrisflow durchgeführt. Für die Modellierung der Hochwasserprozesse wurde die Software Hydro_AS-2D verwendet (siehe Abb. 7), wobei die Resultate der Murgangmodellierungen, insbesondere die Geschiebeablagerungen in der Emme, mitberücksichtigt wurden.