Vom Sanierungsfall zur umfassenden Felssicherung
Die GEOTEST AG untersuchte im Auftrag des Tiefbauamtes des Kantons Bern die Felswand mit Drohnenaufnahmen sowie durch Begehungen und Arbeiten am hängenden Seil. Dabei hat das Team Risse in der Felswand untersucht — ein entscheidender Hinweis darauf, dass einzelne Felspartien instabil waren und ein Sicherheitsrisiko darstellten.

Postkarte zum Felssturz von 1910. Quelle: Gemeinde Schwarzenburg (Hg.): 1000 Jahre Schwarzenburg, Schwarzenburg 2025, S. 93, Abb. 108.
Der betroffene Strassenabschnitt ist für Steinschläge und Felsstürze bekannt, wie ein historisches Foto aus dem Jahr 1910 zeigt.
Was zunächst als Sanierung einer bestehenden Sicherung begann, entwickelte sich zu einer umfassenden Felssicherung: Nachdem sich innerhalb des Baustellenperimeters ein grosser Felssturz ereignet hat, wurde die Situation durch die GEOTEST AG erneut grossflächig beurteilt.
Neben Felsabtrag, Felsreinigung und Spritzbeton wurden weitergehende Felssicherungsmassnahmen notwendig. Dazu gehörten Schutznetze, lange Anker in der Felswand sowie mehrere kontrollierte Sprengungen, um instabile Felspartien gezielt zu entfernen. Insgesamt mussten rund 500 bis 600 Kubikmeter Material abgetragen werden, unter anderem von Hand. Während der Bauarbeiten gewährleisteten Messstellen mit zwei Telejointmetern sowie regelmässige Inspektionen zusammen mit dem Unternehmer die Arbeitssicherheit. Die hochpräzisen Messgeräte erfassten kontinuierlich Veränderungen im Kluft- und Felsgefüge und ermöglichten so eine laufende Beurteilung des Hanges.
Bereichsweise hat die GEOTEST für die langfristige Stabilisierung der Böschung Howolis verlegt. Diese Erosionsvliese schützen die Oberfläche vor Auswaschung und unterstützen die Wiederbegrünung des Hangs.
Die Arbeiten sind mittlerweile abgeschlossen, und die Freiburgstrasse ist wieder sicher für den Verkehr geöffnet. Die umfassenden Untersuchungen der GEOTEST haben zuvor verborgene Schwachstellen in der Felswand sichtbar gemacht und damit im betroffenen Abschnitt eine gezielte, nachhaltige Sicherung ermöglicht. Durch das Zusammenspiel von geologischer Beurteilung, kontinuierlicher Überwachung und technisch anspruchsvollen Sicherungsmassnahmen konnte das Risiko von Steinschlägen und Felsstürzen deutlich reduziert werden.
Aus einer ursprünglich punktuell geplanten Sanierung entstand so ein umfassendes Sicherungsprojekt, das nicht nur die unmittelbare Gefahrenstelle beseitigte, sondern die Stabilität des gesamten betroffenen Hangabschnitts langfristig verbessert. Damit ist ein wichtiger Verkehrsweg für die Erschliessung der Region wieder zuverlässig nutzbar – und im betroffenen Bereich zugleich besser gegen künftige Naturgefahren geschützt.









