Sicheres Fundament für neue Schule in Givisiez: Geotechnik und Bauüberwachung durch GEOTEST
Givisiez
46° 81' 65, 7° 13' 13''E
2021 - 2026
Unter Einhaltung aller gesetzlichen Vorgaben begleitet die GEOTEST AG die Arbeiten in den Bereichen Geotechnik, Umwelt und Wasserhaltung, um einen sicheren Bauablauf auf allen Ebenen zu gewährleisten.
Erläuterung
Das Projekt umfasst den Bau einer neuen Orientierungsschule mit Turnhalle in Givisiez. Der Standort befindet sich auf einer Industriebrachenfläche und in der Nähe eines belasteten Standorts. Das Bauvorhaben erfordert
umfangreiche Erdarbeiten mit Baugrubenverbau und Pfahlgründungen sowie die Installation von 40 Erdwärmesonden. In diesem Zusammenhang unterstützt die GEOTEST die Bauleitung in den Bereichen Umwelt (Altlasten), Geotechnik, Hydrogeologie, Wasserhaltung der Baustelle, Oberflächenabfluss und Geothermie.
Hintergrund
Das vom Projekt betroffene Gebiet hat im Laufe der Zeit mehrere Entwicklungsphasen durchlaufen, insbesondere durch den Bau verschiedener Gebäude und industrieller Infrastrukturen. Diese Aktivitäten führten zu einer Aufschüttung von Erdreich und einer potenziellen Verschmutzung des Untergrunds. In diesem Zusammenhang wurden im Laufe der Jahre mehrere Untersuchungskampagnen durchgeführt, um die Baugrundverhältnisse zu dokumentieren und die umweltrelevanten Eigenschaften der auf dem Gelände vorhandenen Materialien zu bewerten.
Vergleich Luftbild des Projektperimeters und Plan der Architekten vom Atelier MARCH SA.
Projektziele
Der Bau der neuen Orientierungsschule ist ein komplexes Projekt, an dem zahlreiche Akteure beteiligt sind und das verschiedene technische Fachbereiche umfasst. GEOTEST übernimmt die geotechnische Planung und Begleitung, insbesondere die Dimensionierung der Fundamente und der Baugrube, sowie die Umweltüberwachung einschliesslich der Entsorgung kontaminierter Materialien und der Wasserhaltung. Alle Leistungen werden unter Einhaltung der geltenden Vorschriften und der für den reibungslosen Ablauf der Bauarbeiten erforderlichen Fristen erbracht.
Organisation
Die GEOTEST AG ist Teil eines Planungsteams unter der Leitung des Architekturbüros March SA, das nach einem Architektenwettbewerb vom Verband für die Orientierungsstufe der Sarine-Campagne und des französischen Haut-Lac (COSAHL) beauftragt wurde. Die Bauleitung wird vom Büro Chablais Fischer Architectes (im Namen des in Genf ansässigen Büros March SA) wahrgenommen, und die Arbeiten werden von den Unternehmen Grisoni Zaugg AG (Abbruch), JPF Construction AG (Erdarbeiten und Spezialtiefbauarbeiten) und GROUPE ARSA (Rohbau) ausgeführt.
Altlasten
Mehrere Umweltuntersuchungen wurden vor Ort von CSD Ingenieure AG und De Cérenville AG durchgeführt. Nach der Projektübernahme durch die GEOTEST AG konnte der Verschmutzungsgrad der im betroffenen Untergrund vorhandenen Materialien mittels zusätzlicher Bohrungen und Sondierungen beurteilt werden. In den Materialien der bestehenden Fundationsschicht wurde eine sehr geringe Belastung durch Kohlenwasserstoffe festgestellt.
Übersichtsplan mit belasteten Bereichen.
Das in drei Abscheidekammern vorhandene Wasser wurde vor dem Abpumpen in das Aufbereitungs- und Ableitungssystem analysiert, während der am Boden der Kammern befindliche Schlamm der entsprechenden Entsorgungsstelle zugeführt wurde. Die Erdarbeiten sowie die Entsorgung der Materialien wurden gemäss den geltenden gesetzlichen Vorschriften durchgeführt und von der GEOTEST im Auftrag des ehemaligen Grundstückseigentümers, der für den Abbruch und die Sanierung verantwortlich war (TPF IMMO SA), begleitet.
Geotechnik
Die am Standort durchgeführten geotechnischen Untersuchungen ermöglichten es, die Baugrundverhältnisse zu charakterisieren und ein geologisches Modell zu erstellen. Damit konnten die wichtigsten Randbedingungen für die Realisierung des Projekts identifiziert werden. Der Baugrund besteht aus heterogenen Materialien, darunter Aufschüttungen und Moränenablagerungen (von stark verwittert bis kompakt) sowie Molasse, und weist unterschiedliche geotechnische Eigenschaften auf.
Geologisches Querprofil durch die Projektparzelle mit den projektierten Gebäuden.
Aufgrund der variablen Materialeigenschaften und unterschiedlichen Fundationskoten wurden Tiefgründungen auf Pfählen gewählt, um die Stabilität der Gebäude und die Lastabtragung zu gewährleisten. Der Aushub erforderte zudem den Einsatz von den Bodenverhältnissen angepassten Baugrubenabsicherungsmassnahmen. Gewählt wurden Nagel- und Rühlwände.
Da sich das Projekt zudem entlang einer Eisenbahnstrecke befindet, war zudem die Errichtung einer auf Pfählen gegründeten Schutzwand erforderlich.
Die GEOTEST begleitete das Projekt bei der Dimensionierung der Pfahlgründungen und der Stützkonstruktionen sowie bei der geotechnischen Überwachung der Arbeiten, um eine Ausführung gemäss den technischen Anforderungen des Projekts zu gewährleisten.
Oberflächenabfluss
Die GEOTEST hat zudem die Gefährdung des Grundstücks durch Oberflächenabfluss, sowie den Einfluss des Bauvorhabens darauf untersucht. Es wurde eine Modellierung der Oberflächenabflüsse unter Berücksichtigung des Projekts durchgeführt und Empfehlungen erarbeitet, insbesondere für die Tiefgarage (die in der zweiten Projektphase aufgegeben wurde), die Geländesenken und die Fussgängerwege.

Übersichtsplan des Oberflächenabfluss unter Berücksichtigung des Projekts.
Wasserhaltung
Bei den Untersuchungen wurden in mehreren Bohrungen und Baggerschlitzen ab einer Tiefe von etwa 2,7 m (in den Aufschüttungen und in der Moräne) Wasserzutritte festgestellt, es wurde jedoch kein zusammenhängender Grundwasserleiter festgestellt. Im Zusammenhang mit den Erdarbeiten besteht das abzuleitende Wasser hauptsächlich aus Regenwasser, das sich am Boden der Baugrube ansammelt, sowie aus Schichtwasser, das in die Baugrube fliessen und lokal erhebliche Durchflussmengen erzeugen kann, insbesondere bei starken Regenfällen. Um eine den gesetzlichen Anforderungen entsprechende Ableitung zu gewährleisten, wurde vor der Einleitung des Wassers in die Sauber- oder Schmutzwasserkanalisation ein System zur Absetzung, Ölabscheidung und Regulierung des pH-Werts eingerichtet.
Die GEOTEST hat das Konzept für die Wasserhaltung erstellt und diese während der Erdarbeiten überwacht. Es wurden Empfehlungen zu den Anpassungen des eingerichteten Systems ausgesprochen, falls die Anforderungen an die Qualität des abgeleiteten Wassers nicht erfüllt würden.
Geothermie
Die Wärmeversorgung des neuen Oberstufenschulhauses erfolgt über ein Erdwärmesondenfeld mit rund 40 Erdwärmesonden. Die GEOTEST war mit der hydrogeologischen Begleitung der Erdsondenbohrungen beauftragt, die unter anderem die geologische Aufnahme des Bohrkleins umfasste. Eine Besonderheit bei diesem Projekt waren die gespannten Grundwasserverhältnisse in der zerklüfteten Oberen Meeresmolasse. Diese führten zu deutlich erhöhten Bohrabwassermengen, die in die Regenabwasser-Kanalisation eingeleitet werden konnten. Zur Einhaltung der Gewässerschutzvorschriften wurden hierfür Absetz- und Neutralisationsbecken eingesetzt.
Fazit
Die Kombination aus komplexem Baugrund, beengten Platzverhältnissen und zahlreichen beteiligten Fachdisziplinen macht das Projekt anspruchsvoll. Mit ihrer Expertise in Geotechnik, Umwelt, Geothermie und Bauüberwachung stellt GEOTEST sicher, dass der neue Schulstandort in Givisiez auf einem solide geplant und kontrollierten Fundament entsteht.
Der Betrieb der Schule startet nach Plan im Jahr 2028.
Der GEOTEST-Standort in Givisiez bietet für diesen Auftrag optimale Voraussetzungen. Und das nicht nur, da sie sich fast unmittelbar neben der Baustelle befindet.







