Seit über 40 Jahren vertraut die Jungfraubahnen Holding AG bei allen geologischen Fragestellungen auf die Expertise der GEOTEST AG – egal ob es sich dabei um geologische Probleme rund ums hochalpine Jungfraujoch, dem Eigertunnel oder der V-Bahn geht.

Jungfraujoch

«Ja, aber…». Hansruedi Keusen hatte sich seine Antwort auf die Frage gut überlegt. Der 16. Juni 1980 war ein trüber Tag auf dem Jungfraujoch. Nebelschwaden gaben hin und wieder den Blick auf schroffe Felswände und senkrechte Abhänge frei. Roland Hirni, der damalige Direktor der Jungfraubahnen, hatte Keusen zu einer Begehung in hochalpiner Umgebung eingeladen. Und nun standen die beiden Männer also an der Stelle, an welcher im Oktober 1972 das alte Berghaus abgebrannt ist. «Kann man hier das neue grosse Berghaus bauen?», fragte Hirni unvermittelt in den kalten Tag hinein. «Ja,» antwortete Keusen, «aber…» schob er nach.
 

Diese Begegnung der beiden Männer vor über 40 Jahren markierte den Startpunkt einer langjährigen, erfolgreichen und von grossem Vertrauen und Respekt geprägten Zusammenarbeit. Tatsächlich wurde die GEOTEST AG im Anschluss an diese Begehung mit Abklärungen und der Massnahmenplanung für die Fels- und Fundationsstabilität betraut. Nach dem offiziellen Start zur Projektierung der Neubauten wurden als erstes umfangreiche Felssicherungen realisiert. Im Anschluss wurde im Rahmen eines Architekturwettbewerbes das Projekt von Ernst Anderegg zum Sieger erkoren. Anderegg hatte sein Projekt nicht nur auf der Struktur eines Sechsecks aufgebaut, sondern auch mustergültig in die natürlichen Gegebenheiten der Gebirgsstruktur eingebettet. Am 1. August 1987 wurde das neue Berghaus nach 5-jähriger Bauzeit unter dem Namen “Top of Europe“ eingeweiht – pünktlich zur 75-Jahr-Jubiläumsfeier.
 

Baustelle auf dem Jungfraujoch.

Die beiden grössten Herausforderungen zum Start der Zusammenarbeit waren einerseits der erwähnte Bau des neuen Berghauses auf dem Jungfraujoch mit einem 40 Meter hohen Felsanschnitt unmittelbar neben der grossen Bahnhofshalle. Anderseits war auch die Fundation der Sphinxterrasse auf dem schmalen, exponierten Grat eine delikate Aufgabe. Dazu kamen Wassereinbrüche und sonstige Probleme im 7 Kilometer langen Bahntunnel im Inneren des Eigers, die Felsstabilitätsprobleme bei der Station Eigerwand und die Bewältigung der Felssturzgefahren beim Aletschausgang des Jungfraujochs. Dabei kamen Fragestellungen rund um den Permafrost fast immer eine grosse Bedeutung zu.

Die Jungfraubahnen AG erwiesen sich auch in der weiteren Zusammenarbeit als Wundertüte von anspruchsvollen Herausforderungen für die GEOTEST AG. Diese betrafen mit der Zeit alle Bahnen der Firma, namentlich die Berner Oberland Bahn BOB sowie die Bahnen auf Harder, Schynige Platte, Grütschalp und Wengernalp.

Der vorläufige Höhepunkt dieser partnerschaftlichen Zusammenarbeit war der Bau der V-Bahn in Grindelwald, welcher in vielerlei Hinsicht ein Pionierprojekt ist. Die GEOTEST war dabei Projektleiterin für sämtliche geologischen Dienstleistungen und hat die verschiedenen Bauwerke von der Projektierung bis zur Ausführung begleitet. 

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