Aktuell startet der Pumpversuch für das neue Grundwasserpumpwerk (GWPW) Kirchfeld – ein wichtiger Meilenstein auf dem Weg zur Inbetriebnahme. Dabei wird die Leistungsfähigkeit der beiden Brunnen unter realen Bedingungen überprüft.

Das Projekt GWPW Kirchfeld wird seit dem Jahr 2007 durch die GEOTEST AG hydrogeologisch begleitet. Über fast zwei Jahrzehnte hinweg durfte die GEOTEST die Wasserversorgung Emmen bei der schrittweisen Entwicklung dieses zentralen Infrastrukturprojekts fachlich unterstützen – von ersten Abklärungen bis zur heutigen Realisierung. 

Zu den Leistungen der GEOTEST gehörten umfangreiche hydrogeologische Untersuchungen, darunter Felduntersuchungen, geoelektrische Messungen, Sondier- und Bohrarbeiten, Pumpversuche, Markierversuche sowie Laboranalysen. Auf dieser Basis erarbeitete die GEOTEST die notwendigen hydrogeologischen Berichte, Zuströmbereichsanalysen und Grundwassermodelle, welche als Entscheidungsgrundlage für Standortwahl, Brunnenkonzept und Schutzzonenausscheidung dienten. 

Ersatz des Pumpwerks Stichermatt 


Das zukünftige Grundwasserpumpwerk Kirchfeld mit den zwei neuen Grossfilterbrunnen ersetzt das bestehende das bestehende GWPW Stichermatt. Dieses befindet sich heute mitten im Siedlungsgebiet und nicht mehr den geltenden gewässerschutzrechtlichen Vorgaben des Kantons Luzern. Das Pumpwerk Stichermatt wird auf kantonale Anordnung hin stillgelegt, sobald das neue Grundwasserpumpwerk Kirchfeld in Betrieb genommen werden kann.

Der erste der beiden Brunnen steht bereits und ist bereit für die Brunnenentwicklung (Entsandung).

Der erste der beiden Brunnen steht bereits und ist bereit für die Brunnenentwicklung (Entsandung).

Von der Projektierung zur Ausführung

Nach intensiven Abklärungen, Projektierungsarbeiten sowie Verhandlungen mit Grundeigentümern befindet sich das Projekt seit 2025 in der Realisierungsphase. Die GEOTEST war dabei für die Dimensionierung der Filterbrunnen und der Schutzzonen verantwortlich sowie massgeblich an der fachlichen Begleitung der Genehmigungs- und Bewilligungsverfahren beteiligt. 

Die Bohrrohre, und damit auch die Bohrlöcher, haben einen Durchmesser von 1.80 Meter.

Die Bohrrohre, und damit auch die Bohrlöcher, haben einen Durchmesser von 1.80 Meter.

Die Bohrohre werden mittels einer Verrohrungsmaschine durch alternierende Drehbewegungen in den Untergrund eingearbeitet. Dadurch wird der Untergrund möglichst wenig verdichtet, sodass das Grundwasser später nach der Brunnenentwicklung ungehindert zum Filter gelangen kann.

Die Bohrohre werden mittels einer Verrohrungsmaschine durch alternierende Drehbewegungen in den Untergrund eingearbeitet. Dadurch wird der Untergrund möglichst wenig verdichtet, sodass das Grundwasser später nach der Brunnenentwicklung ungehindert zum Filter gelangen kann.

Aktuell werden zwei Vertikalfilterbrunnen mit einer Tiefe von rund 23.5 bis 24 Metern erstellt. Die Brunnen weisen einen grossen Durchmesser von 1.80 Metern auf und werden mit modernen Schlitzbrückenfiltern aus Edelstahl ausgerüstet. Die maximale Förderleistung des neuen Grundwasserpumpwerks beträgt bis zu 15’000 Liter pro Minute. 

Mitarbeitende der GEOTEST begutachten einen der noch unverbauten Schlitzbrückenfiltern von Aussen.

Mitarbeitende der GEOTEST begutachten einen der noch unverbauten Schlitzbrückenfiltern von Aussen.

Der Schlitzbrückenfilter von Innen.

Der Schlitzbrückenfilter von Innen.

Zweites Standbein der Trinkwasserversorgung
 

Das wichtigste Grundwasserpumpwerk der Wasserversorgung Emmen bleibt weiterhin das GWPW Schiltwald, welches den Hauptanteil der Trinkwasserförderung sicherstellt. Mit dem Neubau des GWPW Kirchfeld wird dieses bestehende System gezielt ergänzt und gestärkt. 

Kirchfeld dient künftig als zweites Standbein der Trinkwasserversorgung Emmen und erhöht die Versorgungssicherheit wesentlich. Das neue Pumpwerk ermöglicht den Ersatz des bestehenden GWPW Stichermatt und stellt gleichzeitig sicher, dass die Trinkwasserversorgung für rund 40’000 Personen auch langfristig und unter Einhaltung der heutigen gewässerschutzrechtlichen Anforderungen gewährleistet ist. 

Während der Baustellenbesichtigung durch die GEOTEST wird das Aushubmaterial aus den Bohrungen für die zukünftigen Grundwasserbrunnen entfernt.

Während der Baustellenbesichtigung durch die GEOTEST wird das Aushubmaterial aus den Bohrungen für die zukünftigen Grundwasserbrunnen entfernt.

Referenzen

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