Was haben Maur und Rickenbach gemeinsam? In beiden Zürcher Gemeinden realisierte die GEOTEST AG im Sommer 2023 ein kleinräumiges Wasserbauprojekt mit drei zentralen Zielen: Revitalisierung, Hochwasserschutz und verdichtetes Bauen. Heute zeigen beide Projekte, wie aus technischen Eingriffen neue Räume für Natur und Biodiversität entstehen können. 

Revitalisierung des Haumesserbachs in Maur 

In Maur oberhalb des Greifensees erhielt der Haumesserbach ein neues Gerinne entlang der Schützenhausstrasse. Dadurch kann die angrenzende Bauzone optimal genutzt werden, ohne zusätzliches Kulturland zu beanspruchen. Gleichzeitig wird der Bach dank der Aufhebung einer bestehenden Eindolung neu auf 65 statt 30 Metern offen geführt. Die neue Brücke stellt zudem die Längsvernetzung zum bachabwärts liegenden Tobel sicher. So wird die Hochwassergefährdung reduziert und gleichzeitig ein Mehrwert für die Natur geschaffen. 

Die Brücke ersetzt den Durchlass. Dies erlaubt ein durchgängiges Bachprofil mit Längsvernetzung zum bachabwärts liegenden Tobel.

Die Brücke ersetzt den Durchlass. Dies erlaubt ein durchgängiges Bachprofil mit Längsvernetzung zum bachabwärts liegenden Tobel.

Blockstufen funktionieren als Sohlenfixpunkte und verhindern das Eintiefen der Sohle. Damit ist die Quervernetzung gesichert, weil so die Böschung nicht zu steil wird für Amphibien und Säugetiere, die den Zugang zum Wasser suchen.

Blockstufen funktionieren als Sohlenfixpunkte und verhindern das Eintiefen der Sohle. Damit ist die Quervernetzung gesichert, weil so die Böschung nicht zu steil wird für Amphibien und Säugetiere, die den Zugang zum Wasser suchen.

Zu den Projektzielen gehörten die Wiederherstellung des terrestrischen Gewässerraums, die Vernetzung der aquatischen Lebensräume und die Schaffung von mehr Lebensraum für die Köcherfliege Lype reducta, die auf der Roten Liste als potenziell gefährdet aufgeführt ist. 
 

Bei der Projektierung wurde auf ein strukturreiches Gewässer mit variablen Strömungsverhältnissen geachtet. Faschinen, Wurzelstöcke und Uferbestockung schaffen Lebensräume für Wirbellose. Die Ufervegetation schützt das Gewässer vor übermässiger Erwärmung und bietet Rückzugsorte für die Natur.

Während der Bauphase musste das Wasser in einer Röhre gefasst und umgeleitet werden. Das Holzbündel, auch Faschine genannt, dient als Ufererosionsschutz und Unterschlupf für Kleinstlebewesen.

Während der Bauphase musste das Wasser in einer Röhre gefasst und umgeleitet werden. Das Holzbündel, auch Faschine genannt, dient als Ufererosionsschutz und Unterschlupf für Kleinstlebewesen.

Nach der Begrünung sind die Faschinen grösstenteils überwachsen.

Nach der Begrünung sind die Faschinen grösstenteils überwachsen.

Steine und Holz im Uferbereich fördern die Biodiversität.

Steine und Holz im Uferbereich fördern die Biodiversität.

Für diese kleinen Tierchen, die im und am Wasser leben, wird hier dank viel Totholz im Gerinne ein neuer Lebensraum geschaffen.

Für diese kleinen Tierchen, die im und am Wasser leben, wird hier dank viel Totholz im Gerinne ein neuer Lebensraum geschaffen.

Eine Herausforderung während der Ausführung war die Umsiedlung des Makrozoobenthos – der Kleintiere der Gewässersohle –, da der Bach während der Bauzeit in einer Röhre geführt wurde. Ein besonderer Moment für alle Beteiligten war, als das Wasser erstmals durch das neue Gerinne floss. Inzwischen ist das Projekt vollständig abgeschlossen und die Umgebung wieder begrünt.  ollem Gange und wird in den nächsten Monaten fertiggestellt. Parallel wird an den beiden Gerinnen noch je ein Schwemmholzrechen erstellt. 

Der revitalisierte Haumesserbach fügt sich heute gut in die neue Wohnsiedlung ein – zur Freude der Anwohnenden.

Der revitalisierte Haumesserbach fügt sich heute gut in die neue Wohnsiedlung ein – zur Freude der Anwohnenden.

Bachgestaltung und Hochwasserschutz in Rickenbach 
Der revitalisierte Haumesserbach fügt sich heute gut in die neue Wohnsiedlung ein – zur Freude der Anwohnenden.

Der revitalisierte Haumesserbach fügt sich heute gut in die neue Wohnsiedlung ein – zur Freude der Anwohnenden.

In Rickenbach wurde die Bachgestaltung zwischen Schmiedegasse und Kellersgasse durch ein anderes Ingenieurunternehmen geplant. GEOTEST verfeinerte die Planung und übernahm Ausschreibung und Realisierung. Auch hier gab eine Überbauung der angrenzenden Parzellen den Anstoss für das Projekt. Eine neue, zurückversetzte und teilweise in die Gebäude integrierte Hochwasserschutzmauer schützt die beiden Neubauten bis zu einem 300-jährlichen Ereignis. 

Gut ersichtlich sind hier die Freihaltezone des Bachs mit der angrenzenden Hochwasserschutzmauer, die teils ins Gebäude integriert ist. Das ermöglicht eine flachere Böschung und mehr Raum für die Natur.

Gut ersichtlich sind hier die Freihaltezone des Bachs mit der angrenzenden Hochwasserschutzmauer, die teils ins Gebäude integriert ist. Das ermöglicht eine flachere Böschung und mehr Raum für die Natur.

Die beiden Mauern unterhalb der Brücke Schmiedegasse bleiben erhalten. Die Böschung rechtsseitig wurde flacher gestaltet als im ursprünglichen Zustand.

Die beiden Mauern unterhalb der Brücke Schmiedegasse bleiben erhalten. Die Böschung rechtsseitig wurde flacher gestaltet als im ursprünglichen Zustand.

Die beiden Mauern unterhalb der Brücke Schmiedegasse bleiben erhalten. Die Böschung rechtsseitig wurde flacher gestaltet als im ursprünglichen Zustand.

Die beiden Mauern unterhalb der Brücke Schmiedegasse bleiben erhalten. Die Böschung rechtsseitig wurde flacher gestaltet als im ursprünglichen Zustand.

In der dadurch gewonnenen Freihaltezone von bis zu sechs Metern steht eine naturnahe Gerinne- und Böschungsgestaltung im Vordergrund. Gekrümmte Blockschwellen, Buhnen, Wurzelstöcke, Uferfaschinen und Kiesbänke strukturieren den Bachlauf. Eine Niederwasserrinne sorgt dafür, dass auch bei geringem Abfluss ein Teil des Bachbetts ausreichend benetzt bleibt. 

Das neue Gerinne verfügt nun über links- und rechtsseitige Kiesbänke, Faschinen für die Böschungssicherung und Habitatsförderung und weiterem Totholz.

Das neue Gerinne verfügt nun über links- und rechtsseitige Kiesbänke, Faschinen für die Böschungssicherung und Habitatsförderung und weiterem Totholz.

Und wenige Jahre später ist die Faschine bewachsen und bietet einen ruhigen Rückzugsort für Wassertiere.

Und wenige Jahre später ist die Faschine bewachsen und bietet einen ruhigen Rückzugsort für Wassertiere.

In Rickenbach sind die Arbeiten abgeschlossen und die neu gestalteten Flächen wieder begrünt. Die Massnahmen fügen sich heute in die Umgebung ein und schaffen gleichzeitig mehr Raum für das Gewässer. 

Der Fund dieses prächtigen Flusskrebses beim Rückbau der Wasserhaltung zeigt eindrücklich, weshalb es sich lohnt, dem Schwarzbach mehr Raum zu geben.

Der Fund dieses prächtigen Flusskrebses beim Rückbau der Wasserhaltung zeigt eindrücklich, weshalb es sich lohnt, dem Schwarzbach mehr Raum zu geben.

In der neu gewachsenen Vegetation finden auch Kleinlebewesen und Schnecken Unterschlupf.

In der neu gewachsenen Vegetation finden auch Kleinlebewesen und Schnecken Unterschlupf.

Am Ufer des Schwarzbachs wachsen jetzt Wasserpflanzen.

Am Ufer des Schwarzbachs wachsen jetzt Wasserpflanzen.

Beide Projekte zeigen, wie sich Hochwasserschutz, Siedlungsentwicklung und ökologische Aufwertung auch auf kleinem Raum erfolgreich miteinander verbinden lassen. 

Nach den Bauarbeiten präsentiert sich der Schwarzbach heute naturnah und vielfältig.

Nach den Bauarbeiten präsentiert sich der Schwarzbach heute naturnah und vielfältig.

Referenzen

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Steine und Holz im Uferbereich fördern die Biodiversität.

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